Die Torah - Die fünf Bücher Mose

Buch: Kapitel: Vers:
Hebräischer Text (nach der Masorah)
שְׁמַ֖ע יִשְׂרָאֵ֑ל יְהֹוָ֥ה אֱלֹהֵ֖ינוּ יְהֹוָ֥ה ׀ אֶחָֽד׃
Deutsche Übersetzung (Samson Raphael Hirsch)
Höre, Jisrael: Haschem, unser Gott, ist Haschem der einzig Eine.
Übersetzung von Moses Mendelssohn (1780 bis 1783)
Verheißen, im Lande, wo Milch und Honig fließt. Höre Jisrael!
Mendelssohn-Übersetzung im Original
הערע ישראל ! דער עווינע, אונזער גאט, איזט איין איינינעס, עווינעס וועזען ·
Onkelos
שְׁמַע יִשְׂרָאֵל יְיָ אֱלָהָנָא יְיָ חָד
Raschi

ה' אלהינו ה' אחד. ה' שֶׁהוּא אֱלֹהֵינוּ עַתָּה, וְלֹא אֱלֹהֵי הָאֻמּוֹת, הוּא עָתִיד לִהְיוֹת ה' אֶחָד, שֶׁנֶּאֱמַר (צפניה ג') כִּי אָז אֶהְפֹּךְ אֶל עַמִּים שָׂפָה בְרוּרָה לִקְרֹא כֻלָּם בְּשֵׁם ה', וְנֶאֱמַר (זכריה י"ד) בַּיּוֹם הַהוּא יִהְיֶה ה' אֶחָד וּשְׁמוֹ אֶחָד (ע' ספרי):

Raschi (Deutsche Übersetzung)

Der Ewige, unser 6, 4 Gott, der Ewige ist einzig; der Ewige, der jetzt unser Gott ist und nicht von den Völkern als Gott anerkannt wird, wird einst der einzige Gott sein; wie es heißt (Zeph. 3, 9), denn dann werde ich den Völkern wieder klare Rede verleihen, daß alle den Namen des Ewigen anrufen; und ferner heißt es (Sech. 14, 9) an jenem Tage wird der Ewige einzig und Sein Name einzig sein (Sifre).

Kommentar von R. Samson Raphael Hirsch

V. 4. שמע. Gleich der erste Satz des von Mosche aus seiner Wiederholung des Gesetzes für die Geleitung des Volkes in die Vereinzelung (siehe 21, 5) niedergeschriebenen Gesetzkompendiums, ist der Satz, der bis auf den heutigen Tag jedem Juden, und befände er sich in der versprengtesten Vereinsamung, sein jüdisches Bewusstsein wach erhält; der Satz, den das zum Bewusstsein erwachende jüdische Kind zuerst erlernt und welcher der letzte ist, den die Genossen dem jüdischen Menschen noch als Scheidegruß in das Jenseits nachrufen; der Satz, den die Juden als die Gottesstandarte für seine Wiedereroberung der Menschheit durch die Welt getragen und tragen; der Satz, den der in Entfremdung versinkende Sohn Jisraels zuletzt abwirft: der Satz von dem jüdischen Gotteinheitsbewusstsein, und ihm schließen sich als Konsequenz aus diesem Bewusstsein Sätze an, die, wo auch immer der Jude seine Lebensluft atmet, seine Kinder erzieht, sein häusliches und öffentliches Leben lebt, wo er sich niederlegt und aufsteht, seine Hand zur Tat, seinen Geist zum Gedanken rüstet, sein Haus baut, seine Tore stellt, ihm die Aufgabe seines Lebens, die Ziele seiner Erziehung, die Zwecke seines häuslichen und öffentlichen Strebens, die Grundsätze seines Handelns, die Axiome seines Denkens, die Weihe seines ganzen häuslichen und Gemeindelebens zum Bewusstsein bringen, und die er sich daher täglich früh und spät zu wiederholen hat.

Nicht auf שמיעה, auf ראיה, auf eigener, von unserer ganzen Gesamtheit gemeinsam geschöpfter Sinneserfahrung beruht unser Wissen von Gott, ׳אתה הראת לדעת כי ה הוא האלהים אין עוד konnte Mosche (Kap. 4, 35) zu seinem Volke sprechen. Dieses Hineinschreiten und Sichoffenbaren Gottes in die irdische Gegenwart hat Gott aber nur einmal bei grundlegender Schöpfung seines Volkes getan, auf daß es von Geschlecht zu Geschlecht, von Gesamtheit an Gesamtheit bezeugt und durch Überlieferung die unanfechtbare Basis bleibe, auf welcher in alle Ewigkeit hin jeder Israelssohn all sein Denken und Handeln aufzubauen habe. Fortan heißt es nicht ראה ישראל, sondern שמע ישראל. Nicht aus den Erscheinungen in Natur und Geschichte seiner Erlebnisse hat ein jeder von uns sich erst die Frage über Sein und Nichtsein Gottes denkend zu erschließen. Weit über die aus solchen spekulativen Folgerungen zu schöpfenden Überzeugungen hinaus hat Gott sein Dasein, ja sein Hiersein mitten in aller irdischen Gegenwart der Gesamtheit unserer Väter durch allen Zweifel niederschlagende gemeinsame sinnlich wahrgenommene Erfahrungen zur Weiterbezeugung an ihre Kinder bekundet. Sie haben in Natur und Geschichte Gott gesehen, als Er ihre Fessel in Ägypten brach und sie durch die Wüste in das Land der Verheißung brachte. Sie haben Gott gehört, als Er ihnen das Wort seines Gesetzes am Sinai erteilte. Auf diesem von unserer nationalen Gesamtheit bekundeten Zeugnis beruht unser Wissen von Gott. Nicht aus Natur und Geschichte haben wir uns einen Glauben an Gott schließend zu vermitteln, sondern mit dem uns gegebenen Wissen von Gott uns umzuschauen in Natur und Geschichte und an der Hand dieses "Wissens" ein Verständnis der Erscheinungen der Natur und der Ereignisse der Geschichte anzustreben. Und wenn dann unserem, von Gott für sein Schauen in der Natur geweckten Auge, für sein Vernehmen in der Geschichte geöffnetem Ohre, Kleinstes und Größtes in der Natur als Sein Werk, Kleinstes und Größtes in der Geschichte als Sein Walten sich ausspricht: dann werden wir in der Natur- und Geschichtswelt unserer Gegenwart noch das Walten des Gottes unserer Väter schauen und vernehmen, werden wie die Väter mit Gott durch die Welt unseres Hierseins wandeln und von den jüdischen Geistern und Herzen wird es ewig heißen: sie haben, Gott, deine Gänge geschaut, die Gänge meines Gottes, meines Königs im Heiligen! – ראו הליכותיך אלהים הליכות אלי מלכי בקדש (Ps. 68, 25).

Darum: שמע" ישראל". —

Es ist aber das von unserer Gesamtsinneswahrnehmung getragene Wissen von Gott, das oben Kap. 4, 35 in: אתה הראת לדעת כי ה׳ הוא האלהים אין עוד מלבדו und V. 39: וידעת היום והשבת אל לבבך כי ה׳ הוא האלחים בשמים ממעל ועל הארץ מתחת אין עוד ausgesprochen ist, hier in das einzige Prädikat: אחד zusammengefasst. Es ist nämlich das hier als die allererste Grundwahrheit unseres Wissens zur ewigen Beherzigung niedergelegte אחדות nichts anderes als die positivste Verneinung alles polytheistischen antiken und modernen Meinens und Wähnens. Inmitten einer in der größten gegensätzlichen Mannigfaltigkeit der Erscheinungen sich darstellenden Welt der Natur, der Geschichte und des eigenen Menscheninnern, einer gegensätzlichen Mannigfaltigkeit, die, wie nichts anderes sonst, den polytheistischen Irrtum erzeugte – und erzeugt, spricht dies אחד die Wahrheit aus: dieses ganze gegensätzliche All, mit Himmel und Erde, mit Universum und Individuen, mit sich suchenden und fliehenden, tragenden und bewältigenden, bauenden und zerstörenden Kräften und Stoffen, mit alle dem daraus sich erzeugenden Wechsel von Tag und Nacht, von Werden und Vergehen, von Blühen und Welken, von Leben und Sterben, von Haben, und Verlieren, von Genießen und Darben, von Steigen und Fallen, von Lieben und Hassen, von Freude und von Leid, mit all den Gegensätzen, von Freiheit und Notwendigkeit, von Geist und Sinnlichkeit, von Himmlischem und Irdischem, aus welchen das Menschenwesen selbst sich gewoben fühle – Ein Einziger, Gott der eine Einzige ist es, der alle diese Gegensätze geschaffen und hält, alle diese Gegensätze geordnet und leitet, der all die Gegensätze um uns und all die Gegensätze in uns gebildet, von dem stammt unsere Freude und unser Leid, von dem stammt unser Geist und unser Leib, der unseren Leib gebildet und mit dem Geiste von Seinem Geiste uns Persönlichkeit von Seiner Person und Freiheit von Seiner Freiheit verliehen. —

Polytheistischen Denkern, die die ganze gegensätzliche Welt der Erscheinungen subjektiv von deren Beziehung zum Menschen aus betrachteten, gruppierte sich die ganze Mannigfaltigkeit in zwei Gegensätze, in solche, die dem Wünschen und Verlangen des Menschen zusagen, und solche, die ihm entgegenstehen, und die ganze Mannigfaltigkeit der übrigen Götterwelt schwand ihnen zu zwei hohen Göttergewalten, die um die Herrschaft über die Welt und den Menschen streiten und aus deren unversöhnlichem Kampf eben die ganze gegensätzliche Welt der Erscheinungen in der Außenwelt und dem Menscheninnern resultieren. Es gab ihnen eine gute Macht, welcher das Licht und Leben und das Gute eignete, und eine böse Macht, die ihnen der Gott der Nacht und des Todes und des Bösen bedeutete. Es ist dies die dualistische Weltanschauung des alten Parsismus, an welchen Jesaias 45, 6 das Wort zu richten hatte: daß man es vom Sonnenaufgang wisse und vom Untergange, daß nichts ist ohne Mich, Ich, Gott, und sonst keiner, bilde Licht und schaffe Finsternis, gestalte Frieden und schaffe Unglück, Ich, Gott, gestalte alles dies, יוצר אור ובורא חשך עשה שלום וברא רע אני ה׳ עשה כל אלה.

Die volle jüdische Wahrheit aber, wie sie unser שמע-Ausspruch zur Erkenntnis bringt, spricht die Gotteinheit nicht nur dahin aus, daß das, was der polytheistischen Welt sich als das Machtgebiet zweier gegensätzlichen Gottheiten darstellt, nur die beiden Waltungsseiten Gottes, des einen Einzigen sind, dessen Liebe jeden kommenden Atemzug gibt, und dessen Recht jeden gegebenen Atemzug überwacht; sondern, daß Seine Waltung sich nur unserer Kurzsichtigkeit in dieser zweiseitigen Auffassung darbietet, in Wahrheit aber seine Waltung selbst nur einheitlich eins, seine versagende Gerechtigkeit selbst nur gewährende Liebe ist, nicht nur: ה׳ אלהינו אחד, sondern: ה׳ אלהינו ה׳ אחד, selbst als אלהים ist Er ד׳! —

Auch הז׳׳ל haben das אחרות nur als die Wahrheit von der Gotteinzigkeit gelehrt. So in רבות z. St. אמר הקב׳׳ה לישראל בני כל מה שבראתי בראתי זוגות שמים וארץ זונות חמה ולבנה זוגות אדם וחוה זוגות העולם הזה והעולם הבא זוגות אבל כבודי אחד ומיוחד בעולם מנין ממה שקרינו בענין שמע ישראל ה׳ אלהינו ה׳ אחד. Und in אלה הדברים זוטא (siehe Jalkut z. St.): מי שאמר והיה העולם אינו כן האכיל אותנו אין לנו ׳אלא הוא הרעיב אותנו אין לנו אלא הוא ה׳ אלהינו ה׳ אחד וכן איוב אומר ה׳ נתן ה לקח יהי שם ה׳ מבורך. Die mit שמע immer neu zu befestigende Gotteserkenntnis ist unseren Weisen damit gelöst, sobald wir mit ihm die Huldigung Seiner Alleinherrschaft im ganzen Weltall, im Himmel und auf Erden beherzigt: כיון דאמליכתיה למעלה ולמטה ולארבע רוחות שמים תו לא צריכת (Berachot 13, 2), und קבלת עול מלכות שמים: die Unterstellung unseres ganzen Selbst mit unserer ganzen Welt unter die alleinige Gottesherrschaft bezeichnen sie als den Inhalt des שמע-Ausspruchs (daselbst 15a u. f.).

Wenn aber spekulative Denker das ד׳ אחד des שמע zugleich als Aufschluss über die Wesenheit Gottes, über die Art seines Seins auffassen zu dürfen vermeinen und, indem sie das Prädikat des "Einzigen" in die Idee des Einigen verwandeln, damit eine transcendentale Leiter zu einem Einblick in das Wesen Gottes finden möchten: so haben sie darin an den nationalen Weisen unseres Volkes, soweit wir wissen, keine Vorgänger und verfolgen überhaupt ein Streben, welches das אחדות ד׳, diese Grundbasis all unseres Denkens, unfruchtbar fürs Leben sein lässt und nach unserem Dafürhalten sehr die Schranken außer Augen verliert, die der menschlichen Erkenntnis überhaupt gesetzt sind. —

Es ist אחד mit großem ד geschrieben, wohl um es vor Verwechselung mit welches אחר lauten würde, zu schützen, ebenso wie dem gegenüber כי לא תשתחוה לאל אחר (Schmot 34, 14) mit großem ר geschrieben ist, um es nicht mit אחד zu verwechseln. Das ר des polytheistischen Gedankens ist gefügig rund. Das ד der jüdischen Wahrheit zurückweisend eckig. Mit Verlust dieser kleinen Schärfe wird das אחר :אחד. Das Motiv zu dem großen ע in שמע ist nicht so ersichtlich. Vielleicht soll es in der Aussprache deutlich hervortreten, damit es nicht dem שמא, vielleicht, der Partikel des Zweifels im Chaldäischen ähnlich laute. Zusammen bildet es den Begriff עד, Zeugnis und Zeuge. Der Inhalt von שמע ישראל ist ein von Israel an Israel bezeugtes Zeugnis, und jeder, der es ausspricht, tritt damit als Gotteszeuge an sich und an die Welt heran. Vielleicht ist es nicht allzu gewagt, zu meinen: עין, das Auge, war עד, war Zeuge dessen, was שמע ישראל aussagt. שמע tradiert: אתה הראת לדעת.

Kommentar von Rabbiner Dr. Joseph Herman Hertz

DAS SCHEMA
DIE EINHEIT GOTTES UND ISRAELS VOLLKOMMENE TREUEPFLICHT GEGENÜBER GOTT
4.—9. Nachdem er die Geschichte der Offenbarung der Zehn Gebote rekapituliert hat, geht Moses dazu über, die anderen großen Grundgesetze der Torah darzulegen: die Einheit Gottes und Israels vollkommene und einheitliche Treuepflicht Ihm gegenüber. Der nach seinem ersten Wort »Schema« benannte einleitende Vers ist der Grundakkord des Judentums und durch alle Zeiten sein Losungswort und Treuebekenntnis geblieben. Der Vers verkündet die grundlegende Wahrheit von Gottes Einheit und Einzigartigkeit. In den v. 5—9 folgt die fundamentale, auf dieser Wahrheit basierende Pflicht: die Hingabe des Israeliten an Ihn mit seinem ganzen Sein. Er soll Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzer Kraft lieben, soll sich all Seiner Vorschriften erinnern und sie seinen Kindern einschärfen, soll sich mit den Worten Gottes beim Aufstehen und beim Niederlegen innerlich beschäftigen, soll diese Worte an den Arm und an den Kopf binden und sie an seine Türpfosten und Stadttore schreiben. »Die späteren Führer der Judenheit gaben einen Beweis hoher Einsicht, als sie dieser großen und schönen Botschaft den ihr gebührenden Platz einräumten« (Welch). s. zusätzl. Anm. A: Das Schema, seine Bedeutung und Geschichte, S. 100 bis 111. In der Liturgie wird das Schema zweimal täglich gesagt. Es besteht aus drei Abschnitten: Deut. VI, 4—9, XI, 13—21 und Num. XV, 37—41. Der zweite Abschnitt, Deut. XI, 13 bis 21, enthält das Versprechen der Belohnung für Erfüllung der Gesetze und das Androhen der Strafe für Nichtbefolgung. Der dritte Abschnitt, Num. XV, 37—41, gibt die Verordnung über die Zizith, die davon abhalten sollen, bösen Gelüsten des Herzens zu folgen, und eine Ermahnung, sich den Gesetzen Gottes in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten zu unterwerfen.
Höre Israel . . . ewiges Wesen. Hebr. שמע ישראל ד׳ אלהינו. ד׳ אחד Sifre, Septuaginta und die meisten anderen Erklärer und Übersetzer übersetzen: »Höre Israel, der Ewige ist unser Gott . . . .« Diese Übersetzung faßt die Lehren des ersten und zweiten Gebots zusammen: Der Ewige ist unser Gott und Er ist einzig. Die andere gebräuchliche Übersetzung, der sich auch Zunz oben anschließt: »der Ewige unser Gott . . . « ist minder annehmbar, denn es würde zur Proklamierung der Einheit Gottes genügen, zu sagen: »Höre Israel, der Ewige unser Gott ist ein einziges Wesen.« Einige der neuen Erklärer folgen Raschbams Übersetzung: »Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige allein.« Im Hebr. werden das ע des שמע groß geschrieben. Beim ד ist der Grund klar; es muß unterschieden werden zwischen אחד, »einzig«, und אחר, »ein anderer (Gott)«; ebenso wie das ר in אחר (Exod. XXXIV, 14) groß geschrieben ist, damit nicht es durch einen Irrtum zu der Blasphemie käme: »Denn du sollst nicht anbeten den einen Gott.« Der Grund, aus dem die Gelehrten anordneten, das ע in שמע groß zu schreiben, kann die Befürchtung gewesen sein, daß in ihrer Zeit eine Verwechslung mit שמא, »vielleicht«, möglich war. Es sollte also die falsche Lesart verhindert werden: »Vielleicht, o Israel, ist der Ewige dein Gott« (Hirsch). Die beiden großen Buchstaben bilden das Wort »Zeugnis«. Jeder Israelit wird mit dem Aussprechen des Schema einer von Gottes Zeugen; er bezeugt vor der Welt Seine Einheit.
der Ewige (ist) unser Gott. Im Hebr. steht der durch vier Buchstaben gebildete Gottesname. Er bezeichnet den Vater und Erhalter des Lebens und Geist allen Fleisches, die ewigdauernde Kraft, den Lenker der Geschicke der Einzelnen und der Völker.
der Ewige ist ein einiges (ewiges) Wesen. »Im Einleitungsvers des Schema besitzen wir eine dritte Offenbarung von Gottes Sein. In Gen. XVII ist Er uns als der Allmächtige, in Exod. VI als der Ewige verkündet und nunmehr als der »Einzige« (Philippson). Er ist »Einer«, weil es keinen anderen Gott außer Ihm gibt, aber Er ist auch einzigartig, weil Er etwas völlig anderes ist als jedes andere Wesen. Er ist daher nicht bloß »der Eine«, sondern der »Einzige« und »Einzigartige« Gott.
einiges Wesen. Besser: einzig. Hebr. echad. Daher darf nur zu Ihm allein und nicht zu irgend etwas anderem außer Ihm gebetet werden. Die Ansicht, daß Gott aus verschiedenen Persönlichkeiten bestehe — der christliche Dreieinigkeitsglaube z. B. — ist ein Abweichen von der reinen Auffassung der Einheit Gottes. Israel hat durch die Jahrhunderte alles zurückgewiesen, was die von ihm der Welt vermittelte Konzeption des reinen Monotheismus verderben oder verdunkeln konnte. Es war stets lieber bereit, zum Wanderstab zu greifen, zu leiden und zu sterben, als diesen seinen Monotheismus aufzugeben oder auch nur in eine Abschwächung einzuwilligen. S. Seite 105—109.

Biur von Moses Mendelssohn

ה' אלהינו, אשר ממנו נקוה כל טוב וכל חפץ, הוא ה' אחד, ואין לשתף ולצרף עמו אל אחר, כי הוא עצם אחד מיוחד, מקור כל הטובות כלם, בלי אמצעי ושתוף כלל :

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