Die Torah - Die fünf Bücher Mose
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Hebräischer Text (nach der Masorah)
וַיִּגַּ֨שׁ אֵלָ֜יו יְהוּדָ֗ה וַיֹּ֘אמֶר֮ בִּ֣י אֲדֹנִי֒ יְדַבֶּר־נָ֨א עַבְדְּךָ֤ דָבָר֙ בְּאׇזְנֵ֣י אֲדֹנִ֔י וְאַל־יִ֥חַר אַפְּךָ֖ בְּעַבְדֶּ֑ךָ כִּ֥י כָמ֖וֹךָ כְּפַרְעֹֽה׃
Deutsche Übersetzung (Samson Raphael Hirsch)
Da trat Jehuda zu ihm hin und sprach: O, mein Herr, lasse deinen Diener doch ein Wort in die Ohren meines Herrn sprechen, und deinen Zorn nicht du bist dem Pharao gleich.
Onkelos
וּקְרֵב לְוָתֵהּ יְהוּדָה וַאֲמַר בְּבָעוּ רִבּוֹנִי יְמַלֵּל כְּעַן עַבְדָּךְ פִּתְגָּמָא קֳדָם רִבּוֹנִי וְלָא יִתְקֵף רוּגְזָךְ בְּעַבְדָּךְ אֲרֵי כְפַרְעֹה כֵּן אָתְּ
Raschi
ויגש אליו וגומר … דבר באזני אדני. יִכָּנְסוּ דְּבָרַי בְּאָזְנֶיךָ: ואל יחר אפך. מִכָּאן אַתָּה לָמֵד שֶׁדִּבֵּר אֵלָיו קָשׁוֹת: כי כמוך כפרעה. חָשׁוּב אַתָּה בְעֵינַי כְּמֶלֶךְ, זֶהוּ פְשׁוּטוֹ. וּמִדְרָשׁוֹ סוֹפְךָ לִלְקוֹת עָלָיו בְּצָרַעַת כְּמוֹ שֶׁלָּקָה פַרְעֹה עַל יְדֵי זְקֵנָתִי שָׂרָה עַל לַיְלָה אַחַת שֶׁעִכְּבָהּ (בראשית רבה). דָּבָר אַחֵר מַה פַּרְעֹה גוֹזֵר וְאֵינוֹ מְקַיֵּם, מַבְטִיחַ וְאֵינוֹ עוֹשֶׂה, אַף אַתָּה כֵן; וְכִי זוֹ הִיא שִׂימַת עַיִן שֶׁאָמַרְתָּ לָשׂוּם עֵינְךָ עָלָיו? דָּבָר אַחֵר, כִּי כָּמוֹךָ כְּפַרְעֹה, אִם תַּקְנִיטֵנִי אֶהֱרֹג אוֹתְךָ וְאֶת אֲדוֹנֶךָ (בראשית רבה):
Raschi (Deutsche Übersetzung)
ויגש. Ein Wort vor den Ohren meines Herrn, mögen meine Worte in dein Ohr dringen (Bereschit Rabbah 93:6). Und dein Zorn entbrenne nicht, daraus kannst du lernen, dass er Hartes zu ihm sprach. Denn du bist wie Pharao, du bist in meinen Augen gleich dem König angesehen; dies ist der einfache Sinn; der Midrasch sagt dazu, auch du wirst um seinetwillen schließlich mit Aussatz gestraft werden, wie einst Pharao um meiner Großmutter Sara willen wegen einer Nacht geschlagen wurde, die er sie zurückhielt. Andere Erklärung: wie Pharao verhängt und nicht ausführt, verspricht und nicht hält, so auch du; ist das etwa nur »ansehen«, wie du gesprochen, du wollest nur dein Auge auf ihn richten; andere Erklärung: denn du bist wie Pharao, wenn du mich erzürnst, werde ich dich und deinen Herrn töten (Bereschit Rabbah 93:6).
Kommentar von R. Samson Raphael Hirsch
באוני אדני, ein schöner Ausdruck, wenn man dem andern etwas sehr zu erwägen geben will. Ich will nicht an dein Gefühl appellieren, sondern an deinen Geist und deinen Verstand mich richten. — חרה .ואל יחר אפך heißt wohl nicht: glühend werden, dies ist חרר. Vielmehr scheint es in Verwandtschaft mit ארה .הרה ,ערה ,ארה: etwas zu sich hin und aufnehmen, daher abpflücken, und ארון: ein Behälter, welcher etwas für den Gebrauch aufnimmt. ערה: der Zustand, in welchem man alle Eindrücke aufnimmt, wahrnimmt: die Blöße. הרה das Aufnehmen eines Keimes. חרה: der gereizte Zustand, in welchem die leiseste Berührung oder äußere Einwirkung einen Eindruck macht, noch nacktere Nacktheit: daß nämlich durch irgend eine Sache jemandes Gemüt so gereizt ist, daß man ihrer gar nicht erwähnen darf. Möge das, was ich spreche, deine Empfindlichkeit nicht reizen; denn siehe, du bist wie Pharao und Pharao ist wie du; d. h. ich achte dich wie Pharao, sollte ich daher etwas sagen, was dir unangenehm ist, so glaube nicht, daß es aus Missachtung geschehe; was ich dir sage, würde ich auch Pharao sagen.
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