Die Torah - Die fünf Bücher Mose

Buch: Kapitel: Vers:
Hebräischer Text (nach der Masorah)
וּנְמַלְתֶּ֕ם אֵ֖ת בְּשַׂ֣ר עׇרְלַתְכֶ֑ם וְהָיָה֙ לְא֣וֹת בְּרִ֔ית בֵּינִ֖י וּבֵינֵיכֶֽם׃
Deutsche Übersetzung (Samson Raphael Hirsch)
so daß ihr beschnitten werdet an dem Fleische eurer Vorhaut und dies zum Bundeszeichen werde zwischen mir und euch.
Onkelos
וְתִגְזְרוּן יָת בִּשְׂרָא דְעָרְלָתְכוֹן וּתְהֵי (נ''י וּתְהֵא) לְאָת קְיָם בֵּין מֵימְרִי וּבֵינֵיכוֹן
Raschi
ונמלתם. כְּמוֹ וּמַלְתֶּם, וְהַנּוּ"ן בּוֹ יְתֵרָה לִיסוֹד הַנּוֹפֵל בּוֹ לִפְרָקִים, כְּגוֹן נ' שֶׁל נוֹשֵׁךְ ונ' שֶׁל נוֹשֵׂא, וּנְמַלְתֶּם, כְּמוֹ וּנְשָׂאתֶם; אֲבָל יִמּוֹל לְשׁוֹן יִפָּעֵל, כְּמוֹ יֵעָשֶׂה, יֵאָכֵל:
Raschi (Deutsche Übersetzung)
Und beschneidet, וּנְמַלְתֶּם wie וּמַלְתֶּם; das Nun daran ist als zuweilen abfallender Wurzelbuchstabe hinzugefügt, wie das Nun von נוֹשֵׁךְ und von נוֹשֵׂא. (Beschneidet ist wie traget, der Kal; aber יִמוֹל ist die Form יִפָּעֵל Niphal wie: soll getan יֵעָשֶׂה, soll gegessen werden יֵאָכֵל.)
Kommentar von R. Samson Raphael Hirsch
Es ist hier geschieden zwischen dem, was der Akt der Mila an sich ist und was die vollzogene Mila an unserem Leibe bedeutet. In dem Augenblick, in welchem die Gesamtheit oder, als deren nächster Vertreter seinem Kinde gegenüber, der Vater dem Kinde mit dem scharfen Messer das: די! aufdrückt, in diesem Augenblicke zeichnet er sein Kind als Träger der Bestimmung, dem א׳ ש׳ zu gehorchen; dies ist שמירת הברית, die Forttradierung der Bundesverpflichtung. Dieser Akt wird an uns ohne unser Bewusstsein vollzogen. Dadurch aber, ונמלתם וגו׳, werden wir alle die Mila an uns tragen, והיה לאות ברית und sie wird uns zum Zeichen, zur steten Erinnerung an unsere Verbindung mit Gott und unsere Verpflichtung gegen Gott, nie ערל בשר zu werden, nie zügellos, ausschweifend zu werden, sondern mit unserer ganzen leiblichen Sinnlichkeit und selbst mit dem heftigsten Triebe den Wandel vor dem Angesichte des allem Maß und Ziel setzenden Gottes zu führen. Nicht כריתה, Vernichtung, מילה "Beschränkung" ist der Grundbegriff des Gottesbundes. Zölibat und Kastrierung sind dem jüdischen Gottesbunde ebenso fluchwürdige Auswüchse, als Wollust und Ausschweifung. Das Sinnlichste, sittlich umschränkt, Gott heilig machen, heißt: Jude sein.
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